19 Dec 2008, 8:27pm
Bildbearbeitung
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Wie der PowerShot-Hack gegen ISO-Pixelgrieß hilft

Wieder was gelernt: Mit der inoffiziellen CHDK-Firmware für Canons Powershot-Digitalkamerareihe ist es möglich, die bei hohen ISO-Werten auftretenden groben Pixel zu beseitigen.

Voraussetzung dafür ist leider, dass sich während des Fotoshootings nichts im Bild – und ebensowenig die Kamera – bewegt. CHDK benötigt nämlich mehrere passgenau übereinanderlegbare Einzelbilder. Der praktische Wert dieser Funktion ist somit ziemlich gering. (Oder?)

Ein Anwendungsbeispiel

Dieser Ausschnitt …

Ausschnitt mit ISO 800

… entstammt einem der neunundzwanzig per Interval-Script und mit ISO 800 geschossenen Bilder, aus denen CHDK ein neues Bild ohne störende Digitalkörnung errechnete, welches im Detail so aussieht:

Ausschnitt des aus 29 Bildern berechneten Testfotos

Ich habe noch nicht ausprobiert, ob weniger Einzelbilder zu schlechteren bzw. mehr Aufnahmen zu besseren Ergebnissen führen. Viel hilft jedoch wahrscheinlich in diesem Fall tatsächlich viel.

Ach ja, bevor jemand fragt: Die Megapixelanzahl bleibt gleich und dem Detailreichtum der destillierten Bilddatei sind ebenfalls Grenzen gesetzt.

Auch funktioniert die Methode nicht, um mit Digitalzoom entstandene Bilder zu verbessern, denn diese Bilddateien sind nur Ausschnitte des rohen Datensatzes. Die Kamera speichert solche Bilder gleichzeitig als digitalgezoomte JPG-Fassung und unvergrößertes RAW-Original.

Ebensowenig kann CHDK aus Kopien der immergleichen RAW-Datei ein Bild mit schönerer Pixelstruktur errechnen. Denn wie die alten Griechen zu sagen pflegten: »Garbage in, garbage out.«

Die Arbeitsschritte

    Vor den Aufnahmen

  1. CHDK: Wähle das Interval-Skript aus, stelle es auf mindestens zehn Bilder ein und gib der Verwacklungsfreiheit wegen noch eine Sekunde ‘Leerlauf’ hinzu
  2. CHDK: Gehe sicher, dass alle Bilder des Intervalls auch als RAW-Fassung aufgezeichnet werden (soll heißen: deaktiviere unter RAW Settings die Einstellung »Only first RAW in series«)
  3. CHDK: Deaktiviere auch unter Extra Photo Options -> Bracketing in continuous mode alle potentiellen Fehlerquellen (schalte bsw. ab, dass jedes Foto der kommenden Reihe länger belichtet wird als sein Vorgänger)
  4. Schraube die Kamera auf dein Stativ und stelle von Hand scharf (Das Script lässt die Schärfe des Motives andernfalls bei jeder Aufnahme aufs Neue bestimmen.)
  5. CHDK: Rufe das Script auf und drücke den Auslöser durch
  6. Während der Aufnahmen

  7. Bleib ruhig stehen und fass die Kamera nicht an. Schaue wartend auf das Display, bis das Script seine Arbeit »FINISHED« hat.
  8. Nach den Aufnahmen

  9. CHDK: Wähle unter Miscellaneous stuff -> File Browser den Dateiordner an (z.B. DCIM/151CANON/…)
  10. CHDK: Markiere sämtliche zur Aufnahmereihe gehörenden RAW-Dateien wende die Option RAW average auf sie an. (Screenshot siehe unten)
  11. Warte, bis die Kamera das neue Bild (erkennbar an der Dateiendung .WAV) fertig berechnet hat und übertrage die Bilddateien anschließend auf den Computer.
  12. Ändere, falls notwendig, die Dateiendung des neu erstellten ‘Sammelbildes’ in .CR2 um, und vergiss auch nicht, der Datei gleichzeitig einen brauchbaren Namen zu geben.

Die Nachbearbeitung erfolgt wie gehabt. Also beispielsweise mit Rawstudio oder UFRaw.

Es kann sein, dass du zusätzlich noch einen Arbeitsschritt mehr tun musst: Tote Pixel wegretuschieren, die bei jeder Teilaufnahme an der gleichen Stelle zutage traten und sich deshalb auch auf dem ansonsten makellosen Endprodukt wiederfinden.

Der Bildbeweis

Eingesetzte Hard- und Software

Hintenan ein Screenshot

…, dessen Existenz beweist, dass man für Tutorials wie dieses mindestens zwei Digitalkameras benötigt. Die eine liegt mit aktiviertem Menü im Buchregal und die andere lichtet den LCD-Bildschirm ab.

Was du auf dem Screenshot siehst, ist Unfug. Er taugt einzig dazu, dir das Untermenü zu zeigen. Denn, wie bereits erwähnt, ergibt es keinen Sinn, den Pixelmittelwert aus einer einzigen Datei berechnen zu lassen.

Auswahlmenü für RAW-Postpro

[...] (Der Nebeneffekt dieser Rechenleistung ist übrigens, dass ISO-Grobkorn verschwindet.) [...]

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