Mikrofotografie mit Schülermikroskop und M42-Zubehör
Inzwischen habe ich mich an Umkehrring, Zwischenringe und Balgengerät gewöhnt, und etliche Bilder von Insekten und Pflanzendetails geschossen, sowie ein altes ROW-Schülermikroskop gekauft, dass kleinste Dinge etwa 100-fach vergrößert. Was liegt also näher, als einmal auszuprobieren, ob sich Mikroskopie und Digitalfotografie verbinden lassen? Eben.
Leider ist das ROW zu schwach, um die (bei größeren Mikroskopen problemlos per Adapter aufsteckbare) EOS 350D zu tragen. Deshalb habe ich das ROW-Objektiv in einen grob aufgebohrten und -geschnitzten M42-Objektivrückdeckel eingepasst und mir aus dem Makrofotografie-Equipment ein kameragerechteres Mikroskop zusammengeschraubt.
Die Versuchsanordnung bestand aus Stativ, ROW-Objektiv im Rückdeckel, Balgengerät, Zwischenringen, Pentacon 3.5/30, Umkehrring. Nicht im Bild: M42-Adapter und EOS 350D.

Das Material des allerersten Schraubdeckels – sicherlich Bakelit – wollte sich nicht bearbeiten lassen und so habe ich ihn leider dem Lerneffekt opfern müssen. Und die Bohrung des brauchbaren Prototypen ist ziemlich scharfkantig und lässt um das hineingesteckte ROW-Objektiv herum Licht durch. Die Gegenmaßnahme heisst Bastelkarton.


Das Fotoshooting selbst war nervenaufreibend, weil der Abstand zwischen Objekt (eine tote Fliege aus dem Treppenhaus) und unhandlichem optischen Instrument einfach stimmen muss; der Schärfebereich ist lächerlich gering und das Fotografieren ist nur mit Auslöserverzögerung und eingeschalteter Spiegelverriegelung sinnvoll. Ganz davon abgesehen, dass bereits das In-Szene-setzen und Scharfstellen des Bildmotivs nichts für Grobmotoriker ist.
Herausgekommen ist bei meinem Versuch deshalb vor allem, dass ein kamerataugliches Mikroskop sein Geld wert ist, da das Gefrickel wegfällt. Jedenfalls dauerte es mit meiner Konstruktion verdammt lange, bis die halbwegs brauchbare Nahaufnahme der Außenkante eines Stubenfliegenflügels zustandekam.
