Objektivtuning: Zenit Helios-44M-6 58mm/2.0

Ausgangssituation: Die Blende dieses M42-Objektivs wird eigentlich nur automatisch (sprich: kameraseitig) ausgelöst. Das bedeutet, man stellt die gewünschte Blende ein, doch sie schließt erst dann (und nur für Sekundenbruchteile), sobald der Auslöser betätigt wird. Dann nämlich drückt ein Hebel in der analogen KleinbildKamera blitzschnell den kraftübertragenden Stift ein, welcher wiederum im Objektiv Federchen spannt und Hebel in Bewegung setzt, damit die Irisblende zuschnappt.

Das Problem an reinen Automatikobjektiven wie dem Zenit Helios-44M ist nun aber, dass dieser die Quasi-Kettenreaktion auslösende Hebel in jene digitale Spiegelreflexkamera nicht verbaut wurde, an welche ich das Objektiv mittels eines M42-Objektivadapters befestigt habe. Darum bietet das Objektiv an sich nur eine Festbrennweite (von 58mm*1.6) mit fester Offenblende von 2.0.

Ich löste dieses Problem, indem ich das Objektiv aufschraubte und einen winzigen Wattestäbchen-Verschnitt so auf den Stift steckte, dass dieser den darunterliegenden Hebel nun, sobald (und solange) das Objektiv wieder ordnungsgemäß verschraubt ist, dauerhaft gespannt hält.

Jetzt endlich deckt das Objektiv auch an der DSLR mit einfachem M42-Adapterring den Wertebereich von 2.0 bis 16 ab und ist an sonnigen Tagen nicht länger nutzlos.

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Hier noch mal der Umbau in Skizzenform:
So zwingt man dem Zenit Helios-44M eine manuell verstellbare Blende auf.

3 Aug 2009, 9:33am
Digital/-kunst
unkommentiert

Zeit sparen beim Negative einscannen

Bei meinem Flachbettscanner namens Epson Perfection V300 Photo werden Filmstreifen in eine plastene Halterung eingeklemmt, welche länger ist als die vom Filmlabor zugeschnittenen Negative. Deshalb habe ich eine kleine Markierung auf das Plasteding geklebt, an welcher ich die zu scannenden Streifen ausrichte. Nun braucht’s in der Scansoftware nur noch einen Vorschauscan mit Auswahlmarkierung je Massenabfertigung.

(Der Arbeitsschritt zwischen Klemmen und Scannen ist übrigens das Wegpusten von an den Negativen haftenden Staubteilchen mit einer birnenförmigen Klistierspritze, die ich auch zum Entstauben der Kameras benutze.)

Ich scanne alle offensichtlich brauchbaren Streifen in voller Länge ein und entscheide erst anschließend, welche Einzelbilder einer Bildbearbeitung würdig sind. Und um keine Zeit zu verlieren, beginne ich, noch während der Scanner weitere Streifen scannt, mit der Auswahl und Nachbearbeitung bereits vorliegender Bilddateien.

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PS: Wie ich den V300 unter Ubuntu zum Laufen bekam? Ich habe diese Ratschläge befolgt und irgendwann war das zumindest an einem Rechner erfolgreich.

PPS: All diese Ratschläge gelten natürlich nur für Menschen, die mehr Geduld/Zeit als Geld haben. Es ist nämlich durchaus zeitsparender für einen selbst, das Digitalisieren und Nachbearbeiten der Bilder outzusourcen, bzw. gleich auf die Nutzung von ‘echtem Film’ zu verzichten und nur (noch) digital zu fotografieren.

Downgrade einer Agfa-Box zur Camera obscura

Um den Schwierigkeitsgrad dieser kurzen Anleitung zu erhöhen, besteht ihre Besonderheit darin, dass eine Digitalkamera das in der Camera obscura entstehende Bild aufzeichnen wird.

Deshalb benötigst du zusätzlich zu Boxkamera, Pergamentpapier, Schere, Klebeband und dunklem Stoff auch ein stabiles Lineal und eine Digitalkamera samt Stativ

So wird’s gemacht

Du schneidest einen sechs Zentimeter breiten Streifen Pergamentpapier ab, der so lang sein muss, dass du ihn straff ans Innenteil der Agfa-Box kleben kannst, nachdem du ihn durch die Filmführung gefädelt hast.

Bist du auch diesen Arbeitsschritt gegangen, ist die Camera obscura bereits prinzipiell fertig und eine kopfstehende Projektion sichtbar. (Falls nicht, dann ist das Papier zu dick oder das Umgebungslicht zu hell.)

Für die ersten Testbilder reicht es, die Camera obscura mit Zielrichtung Zimmerfenster auf den Schreibtisch zu legen. Außeneinsätze hingegen verlangen nach einem zweiten Stativ und fester Verschraubung.

Nun ja, jedenfalls kommt nun die Digitalkamera ins Spiel: Du schraubst sie auf ihr Stativ und stellst beides so hin, dass die Kamera das Pergamentpapier bildfüllend im Blick hat.

Als nächstes legst du das tragfähige Lineal als Brücke zwischen Boxteil und Digitalkamera und hängst den dunklen Stoff darüber; logischerweise so, dass er weder vorn die Linse noch hinten den Sucher/Bildschirm bedeckt.

Der Stoff hindert das Umgebungslicht daran, das Pergamentpapier von der falschen Seite aufzuhellen und ermöglicht so die nötige lange Belichtungszeit.

Fertig ist die Kombination aus Uralt-Optik und moderner Technik. Viel Spaß beim Fotografieren.

Bildanhang

Das Innenteil einer AGFA-Box
…, welches normalerweise mit Rollfilm Typ 120 ‘bespannt’ wird:
die Agfa-Box wird zur Camera Obscura

Der Versuchsaufbau in Form einer Skizze
Wie bereits erwähnt macht es sich besser, wenn außer Haus zwei Stative bzw. eine professionellere Unterlage für die Camera obscura zum Einsatz kommt als nur Bücherstapel, Barhocker oder ähnliche Behelfe.

Das Treffen der Generationen: Agfa-Box und Digitalkamera

Das Fenster zum Hof
Dieses quadratisch beschnittene Testbild entstand, als die Box mit dünnem Packpapier bezogen war. Das grobe Korn ist ein Hinweis auf schlechte Papierqualität.

Testbild: Das Fenster zum Hof